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Urin – der vergessene Superdünger?

Urin – der vergessene Superdünger?

Tomate mit Urin düngen

Tomate

Urin, den der Mensch in einer Menge von ca. 500 Litern pro Jahr ganz nebenbei produziert, ist reichhaltig an Stickstoff, Phosphor (unsere natürlichen Phosphorreserven werden nach Schätzungen von „Experten” in etwa 50 Jahren erschöpft sein) und Kalium. Dies sind die 3 Bestandteile aus denen auch der Handelsübliche NPK Pflanzendünger aus dem Baumarkt oder der Drogerie besteht. Mit Urin gedüngte Nutzpflanzen liefern etwa den vierfachen Ertrag an Früchten im Vergleich zu ungedüngten Pflanzen. Somit ist er nahezu ebenso effektiv wie Kunstdünger aus dem Handel, kostet dafür aber weitaus weniger (Was kostet eigentlich einmal Wasserabschlagen ?).

Die Trennung unserer Ausscheidungen vom restlichen Abwasser ist energieaufwendig und kostenintensiv. Für die meisten Gemeinden sind die Energiekosten für Kläranlagen normalerweise der höchste Posten aller Einrichtungen. Leider lässt sich das Wasser nicht zu 100% klären (nur 6% des Stickstoffs werden entfernt), somit bleiben immer Rückstände im Wasser enthalten, welche so in unsere Gewässer, wie küstennahe Meere, gelangen. Dies birgt die Gefahr einer Überdüngung der Gewässer, was wiederum Algenbildung fördert.

Urin ist aber auch ekelig, außer für diejenigen die auf Natursektspiele stehen oder ihn trinken oder sich damit einreiben. Aber warum ist das eigentlich so? Wurde uns vielleicht nur anerzogen das er ekelig ist und wir behalten diese Einstellung bei, weil man in der Gesellschaft doch lieber über die Chemiekeule fürs Bad spricht als über unsere Ausscheidungen? Die Natur ist ein wunderbarer Kreislauf, der solange funktioniert, bis der Mensch anfängt aus Gründen wie z.B. Profitgier daran rumzupfuschen. Finden wir die Ausscheidungen der Pflanzenwelt auch eklig? Nein, wir atmen sie tagtäglich ein ohne groß drüber nachzudenken. Nur wenn sie plötzlich nicht mehr vorhanden wären würden wir ziemlich alt aussehen.

Urinieren, verdünnen, düngen

Wer denn nun Gesund ist und keine Medikamente einnimmt, kann ja einmal versuchsweise im Garten oder auf dem Balkon mit dem eigenen Urin düngen, so er sich denn traut. Jedoch nicht unverdünnt, da man dies mit gekauftem Dünger ja auch nicht so handhaben würde und dies die Pflanze mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit niederstreckt. Ein Verhältnis von 1:10 (ein Teil Urin, 10 Teile Wasser) wird als förderlich erachtet. Stinken tut da nichts und die Früchte sollen anders, aber nicht schlechter schmecken, als wenn sie mit gekauften Dünger angereichert wurden. Im Urin vorhandene Bakterien sollen nach ca. 6 monatiger Lagerung abgestorben sein, falls jemand Wert darauf legt. Für weitere Informationen wird die Verwendung einer Suchmaschine empfohlen. Vielleicht sollte man aber auch nicht alles zu kompliziert machen. Die Welt wurde erst durch den Menschen kompliziert, wäre sie von Natur aus so kompliziert, wäre vermutlich bereits sämtliches Leben ausgestorben.
Wem das ganze immernoch Suspekt ist, der kann die Düngung auch erstmal an Zierpflanzen ausprobieren. Vorher bitte immer schlau machen ob der Dünger auch für die Pflanze geeignet ist, denn der Mensch kann schliesslich auch nicht unbedenklich jede Flüssigkeit trinken und ein Motor läuft auch nicht mit jeder Flüssigkeit. (Na, schonmal falsch getankt?)

Also liebe Mitmenschen, vielleicht sollten wir uns nun langsam (oder besser schnell) wieder in den Kreislauf des Lebens integrieren. Wenn wir immerzu gegen die Natur arbeiten, wird die Erde das vielleicht überleben, ob das auch für uns Menschen gilt ist fraglich.

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf 100%ige Richtigkeit oder Vollständigkeit. Es gilt wie immer im Leben: Selbst informieren und sich eine eigene Meinung bilden. Und im Zweifelsfall auch einfach mal etwas ausprobieren, denn oft hat jede Stimme ihre eigene Meinung und nach der Recherche bleibt nur noch Verwirrung.

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